Exbanquero Ackerman: “Podría intensificarse en cualquier momento” | Política

Einen wie Josef Ackermann (76) würde man unter anderen Umständen ganz einfach als Multi-Talent, als Genie beschreiben!

[–>SPORT[–> Als ihn Mitschüler noch „Seppi“ nannten: Juniorenmeister im Speerwurf.

[–>MUSIK[–> Zuhause am Steinway schmettert er Opern-Arien (Mozart, „Zauberflöte“), spielt Kammermusik (Beethoven).

[–>AUSBILDUNG[–> Mit 29 Jahren zum „Dr. oec.“ promoviert. Thema: „Der Einfluss des Geldes auf die Realwirtschaft“.

[–>REICHTUM[–> Weltweit vernetzter Multimillionär mit Villa überm Zürichsee.

Doch es sind andere Umstände, als Ackermann zum Gespräch mit BILD am SONNTAG erscheint.

Das komplette GesprächJosef Ackermann im exklusiven BILD-Interview

Quelle: BILD

Der Schweizer Pensionär hat nichts zu verkaufen als seine Biografie* („Mein Weg“), die ihn vom hochbegabten Bankangestellten zum Herrn des Geldes machte, zum Chef der wichtigsten und mächtigsten Bank Deutschlands – und zum Gesicht einer Branche, die gierig und skrupellos die Welt an den Rand des Finanzkollaps führt.

Wie reist so einer durch die Welt? „Mit dem Privat-Jet“, sagt Ackermann lächelnd, „wegen der Streiks bei Bahn und Airlines».

[–> Bargeld?[–> „105 Euro, für Trinkgeld. Für alles andere nur Kreditkarte.» ► [–>Hotel? [–>Adlon, direkt am Brandenburger Tor. ► [–>Uhr?[–> Am linken Handgelenk eine unauffällige Omega, „De Ville“ (4000 Euro). Er habe teurere Uhren daheim, sagt der Ex-Banker, „aber die werden einem auf Reisen schnell mal vom Handgelenk gerissen“.

Ackermann wirkt gelassen, offen, in Plauderlaune. Aber auch abwehrbereit, auf alles gefasst. Am Abend zuvor hat ihn die angriffslustige ARD-Talkerin Sandra Maischberger „mit seiner Biografie MEIN KAMPF» vorgestellt… (der peinliche Versprecher wurde später rausgeschnitten).

Der Ex-Banker weiß: „Ich habe Fehler gemacht.» Und er benennt sie. Etwa die Manipulationen am Banken-Leitzins „Libor“: „Da gab es Übertreibungen, Exzesse. Und ja, da waren wir zum Teil auch dabei, beim Libor.“

Und dann die verfluchten „Derivate“, Schrottpapiere, voll mit wertlosen Immobilienkrediten, die 2007/2008 weltweit zur Finanzkrise führten und mit denen auch die Deutsche Bank Profit machte: „Ja, das ist der schwarze Flecken auf meiner Deutsche-Bank-Karriere.“

ABER, ergänzt er: „Da muss man schon fair sagen, dass diejenigen, die das gekauft haben, ja nicht alles Witwen und Waisen waren, sondern es waren andere Banken, Asset-Manager, auch staatliche Institutionen, Städte, Gemeinden. Und die haben natürlich gewusst, welche Risiken in diesen Papieren sind. Wenn ein Stadtkämmerer so ein Derivat nicht versteht, dann ist er wahrscheinlich fehl am Platz.“

Im BILD-Talk: Ackermann nahm sich zwei Stunden Zeit für das Gespräch

Im BILD-Talk: Ackermann nahm sich zwei Stunden Zeit für das Gespräch

Foto: NIELS STARNICK / BILD

Holte Ackermann mit solchen Investment-Geschäften die Gier nach Deutschland?

Im Grunde ja, gesteht der Ex-Banker, aber ohne Gier und Millionen-Boni wäre seine Bank damals international zur Provinz-Klitsche verkommen! [–>„Als ich 1996 zur Deutschen Bank kam, da hieß es: Die Deutsche Bank ist gut für das tägliche Geschäft. Kredite, Zahlungsverkehr. Aber das internationale Beratungsgeschäft, das Aktiengeschäft, das müssen wir mit Schweizern oder Amerikanern tun. Da habe ich gedacht: Nein! Deutschland hat so große Unternehmen – Siemens, Daimler, Volkswagen, BASF – die spielen weltweit eine so große Rolle. Und die müssen sich doch auf ihre Deutsche Bank verlassen können, weltweit! Und das haben wir dann angestrebt und sehr rasch erreicht. Innerhalb von vier Jahren sind wir von 200 Millionen Gewinn auf 6,5 Milliarden Gewinn gekommen.“

Man merkt Ackermann an, dass er auf diese Bilanz bis heute stolz ist: „30 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern» habe er in seinen zehn Jahren als Bank-Chef verbuchen können. 15 Milliarden davon seien zwar später für Strafgelder und Prozesskosten draufgegangen – aber: „Selbst die restlichen 15 Milliarden netto sind ja nicht so schlecht, wenn man überlegt, dass das alles während der Finanz und Schuldenkrise war, wo in Deutschland Hypo Real Estate untergegangen ist und dazu viele Landesbanken, die Commerzbank. Aber die Deutsche Bank ist trotz alledem problemlos durch die Finanzkrise und Schuldenkrise gekommen“ – ohne staatliche Hilfe!

Doch nach Ackermann ging es bergab!

Die Deutsche-Bank-Aktie fiel von 35 Euro (2012) auf heute knapp 13 Euro. Hat er selbst noch Aktien seines ehemaligen Hauses? „Nein“, gesteht Ackermann: „Die habe ich relativ früh verkauft und auch auf Anteile verzichtet. Aber nicht, weil ich nicht mehr an die Deutsche Bank glauben würde …“ SONDERN? „Das hat mit dem schwachen Euro zu tun. Würde ich heute noch die Aktien halten, hätte ich 30 Prozent Verlust gemacht, nur aufgrund der Währung.“

In was investiert der Banker heute?

„Hightech-Bereiche in den USA, da wird heute im Gegensatz zur Dotcom-Krise 2002, nicht mehr nur in Fantasy investiert. Wenn sie die jüngsten Entwicklungen sehen etwa bei Nvidia – das ist schon beeindruckend. Und da bin ich auch dabei.“

Und was lohnt sich in Deutschland?

„Start-ups! Wir haben ein Unternehmen in München, das Behandlungen und Medikamente gegen Depressionen oder Burnout oder gegen Panikattacken entwickelt. Da habe ich mich stark engagiert.“

Rückhalt: Ackermann mit seiner finnischen Ehefrau Pirkko und Tochter Catherine (2010)

Rückhalt: Ackermann mit seiner finnischen Ehefrau Pirkko und Tochter Catherine (2010)

Foto: dpa/picture alliance

Hatte er selbst mal einen toten Punkt, einen Burnout? [–> „Ich wurde das oft gefragt. Ich hatte ja oftmals 70, 80 Stunden die Woche und habe das auch gerne gemacht. Meine Antwort ist immer dieselbe: Gott sei Dank Nein! Aber ich bin mir bewusst: Es kann jeden treffen.“

Ackermanns Rezept zur Stress-Bewältigung?[–> „Alles mit Maß: Alkohol, auch mal eine Zigarre, aber immer alles mit Maß.“ Dazu enger Kontakt zur Familie: Ehefrau Pirkko, Finnin, studierte wie ihr Josef an der Hochschule St. Gallen, Tochter Catherine (40) ist Schauspielerin und Produzentin.

Oberst Ackermann: Der Ex-Banker war insgesamt vier Jahre bei der Schweizer Armee aktiv

Oberst Ackermann: Der Ex-Banker war insgesamt vier Jahre bei der Schweizer Armee aktiv

Foto: privat

Auch seine vier Jahre beim Schweizer Militär (er ist Oberst der Reserve) hätten ihm geholfen: „In der Finanzkrise habe ich oft gesagt: Die Erfahrung aus der Armee hat sehr geholfen: diszipliniert die Lage beurteilen, einen Rhythmus halten, cool bleiben.“

Was macht dem einst so mächtigen Banker heute Angst?

Allen voran: Kriegstreiber Putin und seine Atomwaffen!

Ackermann: „Wir müssen alles daran setzen, dass Russland nicht gewinnt. Weil sonst die Gefahr besteht, dass er auch andere Länder angreift: Polen, das Baltikum.“ Auch er selbst habe zu spät begriffen, so Ackermann: „Putin geht es um Macht, nicht um das Wohl seines Volkes.“ Einmal, so schreibt er, habe ihm Putin sogar die Leitung des russischen Staatsfonds angeboten: „Ich lehnte höflich ab …“

*Ackermann stellt an diesem Donnerstag seine Biografie „Mein Weg“ vor (Verlag Langen-Müller, 488 Seiten, 28 Euro)

*Ackermann stellt an diesem Donnerstag seine Biografie „Mein Weg“ vor (Verlag Langen-Müller, 488 Seiten, 28 Euro)

Foto: Langenmüller

„Wir leben blauäugig“

Bedenklich finde er, so der Ex-Banker, die Greisen-Wahlschlacht in den USA zwischen Donald Trump (77) und Joe Biden (81). „Wenn man sich vorstellt, dass sich da zwei rund 80-jährige um die Präsidentschaft bemühen, beide mit klaren Defiziten und größten Herausforderungen: China/Taiwan, Mittlerer Osten, Ukraine, Russland. Auf die Finanzmärkte hat das bis jetzt nicht durchgeschlagen hat, weil alle Krisen noch relativ lokal sind. Aber wenn wenn wir jetzt noch einen Flächenbrand im Mittleren Osten bekommen, eine Energiekrise…“.

Ackermann warnt: „Wir leben im Moment noch etwas in der blauäugigen Vorstellung, dass die Dinge unter Kontrolle sind. Aber es kann jederzeit eskalieren.“

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