Luchar contra las noticias falsas: así trabajó el periódico Bild la noche del ataque a Israel Política

Am Samstagabend um 21.37 Uhr beginnt das, was wir im Journalismus eine „LAGE“ nennen. Der israelische Reporter Barak Ravid (43), in Washington wie Jerusalem bestens vernetzt, twittert „Iran startet Angriff auf Israel“. Das bedeutet auch: Voll-Alarm im Newsroom von BILD.

Wenig später, als erstes deutsches Medium, wechselt BILD in den Breaking-News-Modus. Auf der Homepage wirft die Redaktion das Laufband für Eilmeldungen an: „Angriff auf Israel“. Push-Nachrichten werden an Millionen Smartphones versendet. Die erste sogenannte Teasergrafik für die Homepage entsteht. Mit neuer Schlagzeile verdrängt sie den bisherigen Aufmacher der Seite: „Plötzlich ist Elton der wichtigste Mann im Fernsehen“, lautete die Überschrift des reichweitenstarken Artikels. Nun sind andere Dinge wichtiger.

Die erste Teasergrafik einer langen Nacht: „Drohnen-Attacke! Iran-Angriff auf Israel hat begonnen“

Foto: VIA REUTERS

Redakteure, die im Feierabend waren, kommen wieder zurück ins Berliner Redaktionsgebäude an der Axel-Springer-Straße. Bis vor zwei Monaten ging’s ins goldene, 1959 erbaute Hochhaus. Jetzt in den von Architekt Rem Kohlhaas konzipierten, 2020 eröffneten Neubau. Im neu bezogenen Newsroom sitzen Ressortleiter, Redakteure, Grafiker, Chefs vom Dienst, Google-Spezialisten und viele mehr auf der 1000 Quadratmeter großen Fläche, stimmen sich permanent ab, entscheiden, welches Thema groß ist.

Jetzt ist ein Thema riesengroß. Das Interesse der Leserinnen und Leser am Samstagabend gigantisch. Hunderttausende Abrufe in wenigen Minuten. „Die Homepage glüht“, sagen wir in solchen Situationen. Der Ausdruck kommt daher, dass wir zur Steuerung der Seite eine Art „Wärmekarte“ haben, die zeigt, welche Artikel besonders heiß sind, also besonders häufig gelesen werden (siehe auch Foto oben in diesem Artikel).

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Es gibt mehrere heiße Stellen, u.a. einen Liveticker für neue Entwicklungen und Reaktionen (auf die des Kanzlers müssen wir bis weit nach Mitternacht warten). Chefredakteurin Marion Horn koordiniert – und setzt sich selbst bis tief in die Nacht an den Laptop. Die Chefs vom Dienst Dietrich Menkens und Elisabeth Steinbrecher steuern die Homepage, die Breaking-News-Redakteure Matthias Hoffmann und Alex Heinen befüllen den Liveticker, Filipp Piatov und Elias Sedlmayr recherchieren und schreiben für die Politik, Igor Berchdold designt die Teasergrafiken und Cormac Poppek kümmert sich um die Technik, um nur einige der Kolleginnen und Kollegen zu nennen, die bei so einer Lage an Deck sind.

Kampf gegen Fake News

Die Plattform „X“ (vormals Twitter) explodiert regelrecht. Unzählige Fotos und Videos werden gepostet, Aufnahmen, in denen es knallt und kracht, Feuerbälle aufsteigen. Im Newsroom beginnt der Kampf gegen Fake News. Dass ein Account einen blauen Haken zur „Verifikation“ hat und Hunderttausende Follower, sagt überhaupt nichts aus. Es gilt: Vertraue niemandem. Und: Be first but first be right [–>(Sei der Erste, aber der Erste, der’s richtig bringt).

Ist das bei BILD schon einmal schief gegangen? Auf jeden Fall. Aber wir bemühen uns, die Zahl der Fehler so klein wie irgend möglich zu halten. Manchmal klappt das sogar herausragend: Als es im Oktober 2023 eine Explosion an einem Krankenhaus in Gaza gab, war BILD die einzige Medienmarke, die von Beginn an korrekt berichtete. Nicht Israel hatte das Krankenhaus bombardiert – es handelte sich um eine fehlerhafte Rakete der Palästinenser.

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Die Foto- und Videoredaktion ist Samstagnacht besonders gefordert. Eine ihrer Aufgaben: Manipulationen erkennen – zum Beispiel durch KI –, den Ursprung einer Aufnahme zurückverfolgen. Nur ein Beispiel von vielen: Zahlreiche Journalisten verbreiten eine dramatische Szene, die allerdings überhaupt nicht Israel zeigt, sondern ein Feuerdrama im 13.000 Kilometer entfernten CHILE! Auch das iranische Staatsfernsehen greift die Bilder auf, um den vermeintlichen Erfolg des eigenen Angriffs zu illustrieren.

Angeblich Israel, in Wirklichkeit Chile: Auf Social Media kursieren unzählige Falschmeldungen und Fälschungen

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Foto: X

Andere Kanäle behaupten, dass Teheran in Flammen stehe. Ebenfalls eine Lüge. Wie auch der angebliche Angriff auf ein Atomkraftwerk in Israel. Aus dem Homeoffice schalten sich unsere Militärspezialisten wie Julian Röpcke und Björn Stritzel ein, analysieren Flugbewegungen und checken Fakten.

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Eine wichtige Flugbewegung führt nach China: Seit dem Nachmittag sitzt BILD-Kanzlerreporterin Angelika Hellemann mit Olaf Scholz im Regierungsflieger nach Chongqing, gegen 2.20 Uhr erreicht uns das erste Statement aus der Maschine.

Im Newsroom will keiner so richtig nach Hause, obwohl eigentlich ab 23.30 Uhr unsere Nachtredaktion in Los Angeles (nahe dem berühmten „Walk of Fame“) übernimmt. Um 2.30 Uhr reißen sich die Letzten in Berlin los und die Homepage wird aus den USA gesteuert und aktualisiert. Wenn Deutschland schlafen geht, sind derzeit die Kolleginnen Silke Hümmer, Julia Niemann, Sandy Worm und Diana Meinhold in Übersee am Drücker – damit BILD.de 24 Stunden am Tag frisch bleibt.

Um 6 Uhr morgens übernimmt als Erster unser Nachrichtenmann Marcus Hellwig wieder in Berlin. Der Kollege ist ein erfahrener Reporter und hat zum Mullah-Regime von Teheran ein besonderes Verhältnis: 2010/2011 saßen er und der BamS-Fotograf Jens Koch 132 Tage in Haft – im Iran! Unter anderem durch den Einsatz von Bundespräsident Christian Wulff und Außenminister Guido Westerwelle kamen sie frei. Die beiden Journalisten hatten über das bewegende Schicksal einer Frau recherchiert, die gesteinigt werden sollte. Der öffentliche Druck wirkte. Die Hinrichtung fand nicht statt, drei Jahre später wurde sie aus dem Gefängnis entlassen.

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