¿Detectar infartos mediante inteligencia artificial? Esto debería ser posible pronto, dicen los expertos Vida y conocimiento

Es klingt nach Science-Fiction: Eine künstliche Intelligenz erkennt an Ihrer Stimme, einem Selfie oder Ihrem Geruch, ob Sie krank sind. Tatsächlich rückt diese Zukunft in der Herzmedizin immer näher.

BILD hat mit Professor Holger Thiele (55) über den Einsatz von KI in der Herzmedizin gesprochen. Er ist Kardiologe am Herzzentrum Leipzig und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und sagt: Die KI wird eine immer bessere Assistenz für Ärzte.

Künstliche Intelligenz erkennt Vorhofflimmern

Ein Beispiel dafür: Bereits 2019 gab es eine Studie zur Erkennung von Vorhofflimmern mithilfe von KI. „Vorhofflimmern ist für einen Arzt auf einem normalen EKG im Sinusrhythmus nicht zu erkennen – dafür ist ein Langzeit-EKG notwendig“, sagt Holger Thiele. „In ganz vielen Fällen finden wir aber leider nichts – oder nur mit riesigem Aufwand.“

Dabei hilft die künstliche Intelligenz – genauer gesagt ein tiefes, neuronales Netzwerk. „Die KI wurde an einem Datensatz von mehr als 200 000 Patienten mit Vorhofflimmern trainiert – und kann jetzt erkennen, was wir als Ärzte nicht sehen können“, sagt der Kardiologe. Mit einer mehr als 80-prozentigen Sicherheit könne die KI ein Vorhofflimmern feststellen und so dem Arzt die Informationen geben, um den Patienten zu warnen.

Doch nicht nur das: „KI kann Bilder vom Herzen weitgehend selbstständig analysieren – und so auch Krankheiten erkennen“, sagt Thiele. Schon jetzt gebe es Technik, die die Pumpfunktion des Herzens berechnen könne – innerhalb von nur 30 Sekunden.

Chinesische KI erkennt Herzkrankheiten auf Fotos

Ähnlich sieht es für den Herzinfarkt aus: Es gibt Methoden, die nur mit Laborwerten arbeiten, um einen Herzinfarkt vorhersagen oder erkennen zu können. „Auch da gibt es KI-basierte Modelle, die mit 80-prozentiger Sicherheit sagen können: Dieser Patient hat einen Herzinfarkt.“

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In China nutzten Forscher sogar Selfies, damit die KI aus den Gesichtszügen Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellt. Für Laien unvorstellbar – für den Experten nahe Zukunft.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass das funktioniert – auch als Arzt kann ich Menschen bestimmte Krankheiten ansehen“, sagt der Kardiologe. Zu hohes Cholesterin sehe er beispielsweise an den Augen, auch Nieren– und Lebererkrankungen ließen sich im Gesicht ablesen. „Und natürlich kann eine KI das viel präziser und vor allem sensibler lernen“, ist er überzeugt.

Künftig könnte künstliche Intelligenz eine noch größere Rolle in der Medizin spielen

Foto: Getty Images

KI der Zukunft kann Erkrankungen riechen und hören

Und nicht nur das: „Noch weiter in die Zukunft gedacht wird die KI Krankheiten wahrscheinlich nicht bloß sehen, sondern auch riechen und hören können“, vermutet Thiele. Denn einige Erkrankungen wie Nierenkrankheiten oder Diabetes sowie Infektionen erzeugen Gerüche. „Eine künstliche Nase ist viel sensibler als eine menschliche“, sagt der Experte.

Und auch die KI-Ohren sind präziser als menschliche: Es wird bereits daran geforscht, wie eine künstliche Intelligenz an der Stimme erkennen kann, ob Sie an einer akuten Herzinsuffizienz leiden oder nicht. Bei der Krankheit sammelt sich Wasser in der Lunge – das verändert die Stimme.

„Das kann die KI mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit heraushören“, sagt Thiele. Das sei dann etwas, das der Arzt sich genauer anschauen müsse, das von der KI aber schneller und sensibler entdeckt werde, als von Medizinern.

Ersetzt die künstliche Intelligenz also bald unsere Ärzte?

Bei so vielen Fähigkeiten stellt sich schnell die Frage: Wozu benötige ich dann noch einen Arzt? Dem widerspricht der Experte allerdings: Vielmehr sei es so, dass die KI – neben der Möglichkeit, Krankheiten früher und präziser zu erkennen – dem Mediziner mehr Zeit für seine eigentliche Arbeit am Patienten verschaffe.

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„Künstliche Intelligenz kann etwa Arztbriefe generieren – heute muss ein Assistenzarzt bis zu 15 Arztbriefe täglich schreiben und benötigt dafür im Schnitt je 20 Minuten“, erklärt Thiele. Übernähme das eine KI, wären allein an dieser Stelle mehrere Stunden Zeit gespart. „Da kann uns die KI massiv helfen.“

Ist das nicht gefährlich?

Gefahren gibt es sicher einige wenige, erklärt der Kardiologe – primär beim Datenschutz. „Aktuell ist es noch zu riskant, Arztbriefe beispielsweise mit ChatGPT schreiben zu lassen – allein aus Datenschutzgründen“, sagt Thiele. Aber er ist sicher, dass sich die KI und deren Einbettung in den Datenschutz entsprechend weiterentwickeln wird und dann bedenkenlos genutzt werden kann.

Aus medizinischer Sicht sieht er sogar ein geringeres Risiko als bisher. Medizinprodukte wie auch künstliche Intelligenz zur Erkennung von Krankheiten durchlaufen zahlreiche Zulassungsverfahren, bevor sie wirklich zum Einsatz kommen. „Und am Ende bleibt der Arzt, der die Plausibilität einschätzen muss.“

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